Viele Heizkessel verbrauchen zuviel Öl und belasten die Umwelt mit großen Mengen Kohlendioxid und Stickstoff. Die Bundesregierung hat das Ziel formuliert, die CO2-Emission bis 2005 um 25 % - bezogen auf 1990 - zu mindern. Ab dem 1.11.2004 darf ein Abgasverlust-Grenzwert von 9 % nicht mehr überschritten werden. Damit steht für die meisten der alten Heizkessel, die uns schon über 20 Jahre mit Wärme und Warmwasser versorgt haben, in den kommenden Jahren ein Austausch an. Die Leistung von Standard-Heizkesseln müssen genau dem Wärmebedarf eines Gebäudes entsprechen, während die Leistung für NT- (Niedertemperatur) und Brennwertkesseln größer als der Gebäude-Wärmebedarf gewählt werden kann. Früher wurde die Kesselleistung üblicherweise überdimensioniert. Durch den Austausch auf NT- oder Brennwertkessel wird in der Regel auch die Kaminanlage zu erneuern sein. Vielfach wird in den bestehenden Kamin z.B. ein Edelstahl-Rohr mit Abstandhaltern eingeschoben. Besonders zu beachten ist dabei der durch die Modernisierungsmaßnahme verminderte Brennstoffverbrauch und die damit verbundene Kosteneinsparung. Dies ist im Hinblick auf die enorm gestiegenen Brennstoffpreise durch z.B. die Öko-Steuer und natürlich auf die Reduzierung von ausgestoßenen Schadstoffe besonders wichtig.
Zur Bewertung der Leistungsfähigkeit von Wärmeerzeugern wird in der Heizungstechnik der Normnutzungsgrad angegeben. Dieser gibt im übertragenen Sinn das Verhältnis von Heizungsnutzern zu Brennstoffeinsatz wieder. Während Heizkessel, die älter als 20 Jahre sind, Normnutzungsgrade von 60% bis 70% aufweisen, erreichen moderne NT-Kessel bis 95%, Brennwert-Kessel sogar bis 109%.
Der Effizienz der verschiedenen Techniken muss Rechnung getragen werden. Der im Vergleich mit einem Standardkessel sparsamere Brennstoffverbrauch des NT-Kessels wird durch niedrigere Wärmeverluste verursacht, die durch eine gleitende, von der Außentemperatur abhängige Betriebsweise der Heizwassertemperatur erreicht wird. Dazu wird eine spezielle Kesselkonstruktion in Verbindung mit der dazugehörigen Regelung eingesetzt. Bei der Verfeuerung von Öl entspricht der Niedertemperaturbetrieb heute dem Stand der Technik. Eine noch größere Brennstoffausnutzung ist im Gasbereich mit der Brennwerttechnik zu erwarten. Dabei werden die bei der Verbrennung entstehenden Heizgase soweit abgekühlt, dass der in den Gasen enthaltene Wasserdampf kondensiert. Dadurch wird zusätzliche Nutzwärme frei. Eine Standardheizung verursacht im Jahr bis zu 30.000 Brennerstarts, 25.000 davon sind vermeidbar. Damit bläst der Ölbrenner bis zu 7 Tage im Jahr teure Energie nur zum Schornstein hinaus. Diese Energievergeudung kann auch durch eine weitere Technik mittels Pufferspeicher vermieden werden. Diese Technik vermindert die Brennerstarts und erhöht die Brennerlaufzeiten. Dadurch wird eine Reduzierung des Brennstoffverbrauches erreicht. Sie können dies mit dem Betrieb eines Autos vergleichen, das im Stadtverkehr oder auf Langstrecken gefahren wird. Diese Technik verzichtet auf die Vorhaltung größerer Warmwassermengen und bevorzugt das Durchlaufsystem. Dies funktioniert wie folgt: Frisches, kaltes Leitungswasser fließt von einer Seite her durch einen Plattenwärmetauscher. Zur gleichen Zeit strömt von der anderen Seite heißes Speicherwasser aus dem wesentlich kleineren Warmwasserboiler in den Plattenwärmetauscher. Während sich das kalte Leitungswasser innerhalb kürzester Zeit auf die gewünschte Wassertemperatur erhitzt, kühlt sich das Speicherwasser ab. Das warme Wasser steht bei den Zapfstellen zur Verfügung, wenn es benötigt wird und muss nicht mehr in größeren Mengen vorgehalten werden. Die bedarfsgerechte Regelung der Zirkulationspumpe sorgt dafür, dass dann warmes Wasser an den Zapfstellen ansteht, wenn es benötigt wird.
Sinkt die Temperatur im Warmwasserspeicher ab, so schaltet sich der Heizkessel ein und heizt wieder nach. Auf diese Weise wird der Energieverbrauch vermindert. Der Bedarf von Wärmeerzeugung und Warmwasserbereitung ist in den jeweiligen Wohnanlagen natürlich unterschiedlich. Es ist zu berücksichtigen, ob ein Haus von Dauernutzern bewohnt wird oder ob es sich um eine Eigentümergemeinschaft handelt, in der nur einige Wohnungen dauernd bewohnt werden und die überwiegende Anzahl der Wohnungen nur sporadisch genutzt wird. Die Auswahl der jeweiligen Technik ist demnach von den Anforderungen an eine Heizungsanlage abhängig.
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